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Super League: FC Basel praktisch durch

Titelverteidiger FC Sevilla hat sich im Achtelfinale der Europa League zwar letztlich als eine Nummer zu groß erwiesen, doch in der heimischen Super League ist der FC Basel nach wie vor eine Klasse für sich und von der siebten Meisterschaft in Serie kaum mehr abzuhalten.

Urs Fischer
Илья Хохлов (CC BY-SA 3.0)

Am Sonntag jedenfalls zerplatzte praktisch die letzte Hoffnung der Young Boys Bern, vielleicht doch noch einmal etwas näher an den Spitzenreiter heranrücken zu können. Die Young Boys präsentierten sich im direkten Duell in Basel zwar eine Halbzeit lang ordentlich, gerieten aber kurz nach dem Seitenwechsel durch Jungstar Breel Embolo in Rückstand. Und in der fünften Minute der Nachspielzeit war es dann Renato Steffen, der mit dem Treffer zum 2:0 für den FCB alles klar machte. Basel baute dadurch seinen Vorsprung auf Platz zwei auf bereits 17 Punkte aus und hat zudem noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. In der Super League stehen zwar anders als in den Top-Ligen, bei denen es nur noch sechs oder sieben Runden sind, noch zehn Spieltage aus, doch dass Basel nach bisher nur zwei Remis und drei Niederlagen in 25 Partien nun Spiel um Spiel verliert, ist nicht zu erwarten.

Grasshoppers verlieren ebenfalls

Für die Young Boys geht es derweil in erster Linie darum, den zweiten Platz zu sichern, der zur Teilnahme an den Play-offs zur Champions League berechtigt. Am Wochenende hat sich der Vorsprung von vier Punkten auf den drittplatzierten Grasshopper-Club Zürich trotz der Pleite in Basel nicht verringert. Denn auch die Grasshoppers verloren ihre Partie beim FC Thun mit 1:2. Die Thuner Führung durch einen von Ridge Munsy verwandelten Elfmeter glich Munas Dabbur für die Gäste zwar noch aus, doch auf das 2:1 durch Simone Trapp in der Schlussminute hatte das Team von Trainer Pierluigi Tami dann keine Antwort mehr.

Alle Ergebnisse aus der Schweizer Super League

Während es zwischen Bern und den Grasshoppers eng zugeht, liegen zwischen Platz drei und dem viertplatzierten FC Sion schon sieben Punkte. Sion hat damit aber zumindest die beste Ausgangsposition im Rennen um den letzten Platz in der Europa League, auf den aber auch noch der FC Zürich hoffen darf, der als Tabellenachter nur sechs Zähler weniger auf dem Konto hat.

Kantersiege für Sion und Luzern

Sion landete nun am Samstag einen 6:0-Kantersieg beim FC Lugano. Moussa Konate und Theofanis Gekas schnürten jeweils einen Doppelpack, während Daniel Follonier und Ebenezer Assifuah das halbe Dutzend komplettierten. Aber auch der FC Luzern, der Sion genau wie Thun nur mit einem Punkt weniger im Nacken sitzt, feierte einen deutlichen Erfolg. Die Mannschaft von Trainer Markus Babbel besiegte den FC Vaduz mit 5:1. Markus Neumayr (2), Christian Schneuwly, Marco Schneuwly und Jahmir Hyka trafen für Luzern, während Mario Bühler für die früh mit Gel-Rot für Nick von Niederhäusern dezimierten Gäste nur der zwischenzeitliche Ausgleich gelang.

Vaduz bleibt damit Letzter mit drei Punkten Rückstand auf Lugano. Vieles deutet darauf hin, dass es einen Zweikampf gegen den Abstieg gibt. Erst recht, seitdem sich der FC Zürich mit einem 4:0 gegen den FC St. Gallen sieben Punkte von Vaduz absetzen konnte. Anto Grgic, Burim Kukeli, Kevin Bua und Aleksandr Kerzhakov sorgten für den zweiten Züricher Sieg in Serie.

Super League mit 1. Runde gestartet

Die 1. Runde in der Schweizer Super League ist absolviert, die ersten Erkenntnisse wurden gewonnen. Favorit ist einmal mehr der FC Basel, der jedoch einige Abgänge zu verkraften hat. So wechselten mit Fabian Schär und Fabian Frei etwa zwei absolute Leistungsträger nach Deutschland, zudem verließ Trainer Paulo Sousa den Serienmeister. Allen Umstellungen zum Trotz feierte Basel zum Auftakt dennoch einen ungefährdeten und glanzlosen 2:0-Sieg gegen den FC Vaduz. Die Tore für die Mannschaft von Urs Fischer erzielten Matias Delgado und Yoichiro Kakitani.

Erster Tabellenführer sind die Grasshoppers Zürich, die beim FC Thun auf spektakuläre Art und Weise mit 5:3 gewannen. Zur Pause führten die Züricher bereits mit 5:1, Thun konnte im zweiten Durchgang nur mehr Ergebniskorrektur betreiben. Überragender Mann auf dem Feld war Munas Dabbur, der drei Treffer assistierte und selbst zum 4:1 traf.

Der dritte und letzte Verein, der mit einem Sieg in die neue Super League Saison gestartet ist, ist der FC St. Gallen. Der Sechste der abgelaufenen Spielzeit besiegte vor eigenem Publikum Aufsteiger FC Lugano mit 2:0. Beim Liganeuling sah Zoran Josipovic die Gelb-Rote Karte.

Die beiden weiteren Spiele endeten jeweils mit Unentschieden. Der FC Luzern lag zuhause gegen den FC Sion bis zur 90. Minute 0:2 zurück, konnte aber mit zwei Treffern in der Nachspielzeit noch einen Punkt retten. Das Spitzenspiel am 1. Spieltag der Super League 2015/16 fand in Zürich statt, wo der FC Zürich auf die Young Boys Bern traf. Guillaume Hoarau brachte den Vizemeister in Führung, doch Zürichs Philippe Koch stellte wenig später auf 1:1 – letztlich auch der Endstand. Alle Ergebnisse der Super League Live gibt es ebenfalls.

Luzern überrascht in Basel

Tabellenführer gegen Abstiegskandidat – das ist normalerweise ein Duell auf schiefer Ebene mit klaren Vorzeichen. Nicht so in der Schweiz, wo am 29. Spieltag der FC Basel zuhause gegen den FC Luzern nach 90 Minuten als Verlierer vom Feld schlich. 29.000 Fans im St. Jakob-Park erwarteten einen klaren Heimsieg ihrer Elf und weitere drei Punkte für die Meisterschaft, geworden ist es jedoch die zweite Saisonniederlage vor eigenem Publikum.

Dabei erwischten die Gäste aus Luzern, die im Abstiegskampf noch immer nicht gerettet sind, einen Auftakt nach Maß. Nach nicht einmal einer Minute brachte Dario Lezcano den Underdog in Front, Sekunden später stand es beinahe 2:0, doch FCB-Keeper Vaclik verhinderte einen weiteren Treffer mit einer tollen Parade. Nach gut einer halben Stunde musste der tschechische Tormann dann aber erneut hinter sich greifen; einen schönen Konter vollendete Marco Schneuwly zum 2:0.

Super League Ergebnisse live

Kurz danach und noch vor der Pause verkürzte Matias Delgado per Kopf auf 2:1 und brachte seine Mannschaft wieder ins Spiel. In der zweiten Halbzeit versuchte der Schweizer Serienmeister zwar, Druck aufzubauen, doch die Mannschaft von Paulo Sousa konnte kaum für Gefahr sorgen. Letztlich setzte es nach vier Siegen in Folge eine unerwartete Pleite, die im Kampf um die Meisterschaft aber nicht ins Gewicht fallen sollte. Denn auch Verfolger Young Boys Bern kam nur zu einem Punkt und konnte den Rückstand nur minimal auf neun Zähler verkleinern.

Für den FC Luzern sind die drei Punkte enorm wichtig; durch den Sieg beim Spitzenreiter überholte man den FC Vaduz und liegt nun auf dem achten Platz. Auch der sechste Rang ist bei nur einem Punkt Rückstand absolut in Reichweite.

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WM 2014: Schweiz beendet Qualifikation ohne Niederlage

Die Schweiz hat sich zum dritten Mal in Folge für eine WM-Endrunde qualifiziert. Nach dem Achtelfinale bei der WM 2006 in Deutschland und dem Vorrunden-Aus bei der WM 2010 in Südafrika wollen die Eidgenossen im nächsten Sommer in Brasilien für Furore sorgen, wie Trainer Ottmar Hitzfeld nach Abschluss der Qualifikation erklärte und zugleich vom Viertelfinale sprach.

Der letzte Einzug ins Viertelfinale der Schweiz liegt schon einige Zeit zurück und gelang 1954 im eigenen Land. Aktuell scheint die Nati aber durchaus dazu in der Lage, erstmals wieder unter die letzten Acht vorzudringen. Vielversprechende junge Spieler mit riesigem Potential wie Fabian Schär, Xherdan Shaqiri oder Granit Xhaka wecken bei den Fans sogar die Hoffnung auf eine ganz große Überraschung.

Zumindest die Qualifikation hat die Hitzfeld-Elf sehr souverän gemeistert, dabei aber sicherlich auch von einer günstigen Auslosung profitiert. Denn während sich in anderen Gruppen etwa Schwergewichte wie Spanien und Frankreich oder Russland und Portugal duellierten, waren die Gegner der Schweiz mit Norwegen, Slowenien, Albanien, Zypern und dem letztlich auf Rang zwei gelandeten Island nicht die ganz schweren Brocken. Dennoch ist es respektabel, dass die Schweiz kein einziges Spiel verloren hat und sich auch nur dreimal mit einem Remis begnügen musste.

Beeindruckend war im Laufe der Qualifikation auch, dass sich die Schweiz von kleineren Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen ließ. Dem 0:0 auf Zypern ließ die Schweiz im nächsten Spiel einen 1:0-Erfolg gegen die Auswahl der Mittelmeerinsel folgen und nur wenige Tage, nachdem gegen Island ein scheinbar sicherer 4:1-Vorsprung noch verspielt wurde, fuhren die Eidgenossen einen enorm wichtigen 2:0-Sieg in Norwegen ein.

Auch die Tatsache, abgesehen vom Remis auf Zypern sämtliche Auswärtsspiele gewonnen zu haben, zeugt von der Reife der eigentlich noch jungen Mannschaft, die aber mit Torhüter Diego Benaglio und den Mittelfeldspieler Valon Behrami und Gökhan Inler durchaus auch über erfahrene Korsettstangen verfügt. Insbesondere vor einem fanatischen Publikum in Albanien am vorletzten Spieltag kühlen Kopf zu bewahren und mit einem 2:1 in Tirana vorzeitig das WM-Ticket zu lösen, ist hoch zu bewerten.

In den kommenden Monaten bis zur WM-Endrunde, bei der die Schweiz sogar darauf hoffen darf, zu den Teams in Lostopf eins zu gehören, muss Coach Hitzfeld zwar noch an der Feinabstimmung arbeiten, doch gelingt dies, sollte man die Nati auf der Rechnung haben.

Weitere Infos zur Schweizer Nationalmannschaft gibt es hier.

Thorsten Fink entlassen – Basler Meistertrainer beim Hamburger SV glücklos

Seit Ottmar Hitzfeld ist es keinem Trainer, der zuvor in der Schweiz erfolgreich war, gelungen, auch in der deutschen Bundesliga groß abzuräumen. Weder Rolf Fringer in den 90er-Jahren noch später Martin Andermatt, Marcel Koller, Christian Groß oder Hanspeter Latour konnten ihre Erfolg aus der Schweizer Super League in Deutschland bestätigen. Neuester Name, der sich in diese Reihe zumindest vorerst einreiht, ist nun Thorsten Fink.

Der langjährige Bundesliga-Profi des FC Bayern München, der mit dem FC Basel 2010 das Double holte und ein Jahr später Meister wurde, ist nun bei seiner ersten Bundesliga-Station ebenso gescheitert wie bereits in der Saison 2008/09 auch in Liga zwei beim FC Ingolstadt, als Fink nach dem Aufstieg rasch seinen Hut nehmen musste.

Nun wurde Fink nach knappen zwei Jahren beim Hamburger SV entlassen. Zwar erreichte der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer die ausgegebenen Ziele zum Ende seiner ersten beiden Spielzeiten, doch sollte es nun deutlich bergauf und in die Europa League gehen. Nach nur vier Punkten aus den ersten fünf Spielen war man beim HSV aber nicht mehr von Fink überzeugt und zog die Reissleine, was auch darauf zurückzuführen ist, dass der Bundesliga-Dino unter Fink auch in dieser Saison schon wieder zwei herbe Niederlagen einstecken musste. War das 2:9 beim FC Bayern in der letzten Spielzeit der Tiefpunkt, zerfiel der HSV auch gegen die TSG 1899 Hoffenheim (1:5) und zuletzt bei Borussia Dortmund (2:6) in alle Einzelteile und Fink ist es nicht gelungen, gegenzusteuern.

Zudem wurde im Umfeld nicht gerne gesehen, dass Fink häufig nach Spielen nach München zu seiner Familie reiste. So auch nach der Pleite in Dortmund, als sich der Chefcoach noch vor dem Auslaufen gen Flughafen verabschiedete und so ein alles andere als positives Signal setzte. Und auch der Versuch, Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne, die vom Verein klar ausgemustert wurden, wieder in den Kader einzubauen, dürfte Fink keine Pluspunkte eingebracht haben. Spätestens als Sportdirektor Oliver Kreuzer in dieser Hinsicht ein Machtwort sprach und erklärte, dass die beiden Verteidiger definitiv kein Spiel mehr für den HSV bestreiten werden, war Fink angezählt.

Nun bleibt abzuwarten, wo der nach wie vor junge Trainer als nächstes unterkommt und ob er es schafft, seine in Basel zweifelsohne gute Arbeit auch anderswo bestätigen zu können.

Finks Wikipedia Seite