Thorsten Fink entlassen – Basler Meistertrainer beim Hamburger SV glücklos

Seit Ottmar Hitzfeld ist es keinem Trainer, der zuvor in der Schweiz erfolgreich war, gelungen, auch in der deutschen Bundesliga groß abzuräumen. Weder Rolf Fringer in den 90er-Jahren noch später Martin Andermatt, Marcel Koller, Christian Groß oder Hanspeter Latour konnten ihre Erfolg aus der Schweizer Super League in Deutschland bestätigen. Neuester Name, der sich in diese Reihe zumindest vorerst einreiht, ist nun Thorsten Fink.

Der langjährige Bundesliga-Profi des FC Bayern München, der mit dem FC Basel 2010 das Double holte und ein Jahr später Meister wurde, ist nun bei seiner ersten Bundesliga-Station ebenso gescheitert wie bereits in der Saison 2008/09 auch in Liga zwei beim FC Ingolstadt, als Fink nach dem Aufstieg rasch seinen Hut nehmen musste.

Nun wurde Fink nach knappen zwei Jahren beim Hamburger SV entlassen. Zwar erreichte der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer die ausgegebenen Ziele zum Ende seiner ersten beiden Spielzeiten, doch sollte es nun deutlich bergauf und in die Europa League gehen. Nach nur vier Punkten aus den ersten fünf Spielen war man beim HSV aber nicht mehr von Fink überzeugt und zog die Reissleine, was auch darauf zurückzuführen ist, dass der Bundesliga-Dino unter Fink auch in dieser Saison schon wieder zwei herbe Niederlagen einstecken musste. War das 2:9 beim FC Bayern in der letzten Spielzeit der Tiefpunkt, zerfiel der HSV auch gegen die TSG 1899 Hoffenheim (1:5) und zuletzt bei Borussia Dortmund (2:6) in alle Einzelteile und Fink ist es nicht gelungen, gegenzusteuern.

Zudem wurde im Umfeld nicht gerne gesehen, dass Fink häufig nach Spielen nach München zu seiner Familie reiste. So auch nach der Pleite in Dortmund, als sich der Chefcoach noch vor dem Auslaufen gen Flughafen verabschiedete und so ein alles andere als positives Signal setzte. Und auch der Versuch, Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne, die vom Verein klar ausgemustert wurden, wieder in den Kader einzubauen, dürfte Fink keine Pluspunkte eingebracht haben. Spätestens als Sportdirektor Oliver Kreuzer in dieser Hinsicht ein Machtwort sprach und erklärte, dass die beiden Verteidiger definitiv kein Spiel mehr für den HSV bestreiten werden, war Fink angezählt.

Nun bleibt abzuwarten, wo der nach wie vor junge Trainer als nächstes unterkommt und ob er es schafft, seine in Basel zweifelsohne gute Arbeit auch anderswo bestätigen zu können.

Finks Wikipedia Seite