Mit einem Sport-Ticker nichts verpassen

Sportfans haben es oft nicht leicht. Weil auch während wichtiger Ereignisse wie Weltmeisterschaften im Fußball oder Handball oder auch während der olympischen Spiele die Arbeit ruft oder, und noch schlimmer, Familienfeierlichkeiten auf dem Programm stehen, die nicht abgesagt werden können ohne dass die Verwandtschaft sauer wäre, weil der wahre Grund für eine fadenscheinige Entschuldigung schnell ausgemacht ist, wenn sich sich parallel Brasilien und Italien zum Länderspiel-Knaller gegenüber stehen oder die Goldmedaille im 100-Meter-Lauf vergeben wird.

Oft bleibt einem noch so großem Sportfan somit nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beissen und sich an einen Ort ohne Fernseher zu begeben und das beste zu geben, um die schlechte Laune zu verbergen. Immerhin gibt es mittlerweile anders als noch vor etwa 20 Jahren Möglichkeiten, um trotzdem nichts Wichtiges aus der Welt des Sports zu verpassen und zugleich nicht übermäßig aufzufallen.

Während es wohl kaum vermeidbar wäre, in einer Gaststätte das Interesse auf sich zu ziehen, wenn man auf seinem Smartphone oder gar Tablet den Live-Stream einer Sportübertragung ansieht, lässt sich ein Live-Ticker relativ unbemerkt verfolgen, sofern man darauf verzichtet, die Ereignisse mit lauten Jubelstürmen oder verärgerten Ausrufen zu kommentierten, was freilich so manches Mal einiges an Selbstdisziplin erfordert. Wenn beispielsweise die eigene Mannschaft kurz vor Schluss trotz offenbar drückender Überlegenheit und in Überzahl spielend gegen den Tabellenletzten in einen Konter läuft und den Ausgleich kassiert, muss man sich sicherlich zusammenreissen, um nicht los zu fluchen wie ein Berserker. Ebenso sollte man eher darauf verzichten, jubelnd auf dem Tisch zu tanzen, wenn der eingewechselte Nachwuchsstürmer in der Nachspielzeit doch noch den dringend benötigten Siegtreffer erzielt hat.

Unabhängig von den eigenen Emotionen, die zu kontrollieren sind, gehören Sport-Ticker zweifelsohne zu den Erfindungen, auf die gerade Fußballfans kaum mehr verzichten wollen. Schließlich ist man damit immer und überall auf dem Laufenden. Etwa auch dann, wenn an einem der letzten Bundesliga-Spieltage im Stadion keine Zwischenergebnisse von den anderen Plätzen vermeldet werden, man aber unbedingt wissen möchte, was der Konkurrent im Abstiegskampf macht. Sah man früher im Fernsehen dann noch zahlreiche Menschen mit einem Ohr am mitgebrachten Radio, so sind es heute die Smartphones, die via Ticker für die News aus den anderen Stadien sorgen und binnen Sekunden dafür sorgen können, dass eine ganze Fankurve in Ekstase ausbricht

Die Voraussetzungen, um einen Sportticker abrufen zu können, sind gering. Lediglich eine funktionierende Internetverbindung muss vorhanden sein, was aufgrund des in den vergangenen Jahren massiv ausgebauten Mobilfunknetzes in Deutschland kaum mehr ein Problem sein sollte. Abgesehen natürlich davon, wenn man gerade mit der Bahn durch einen Tunnel fährt, wobei sich dieser Zeitraum ohne Netz verkraften lassen sollte.